DIE FRAUENTRACHT DER SCHLERNHEXEN
Von der Gründung 1907 bis 1965 trugen die Frauen eine einfache Tracht mit schwarzen Leib und schwarzen 3-bahnigen Röcken. Das Oberteil wurde mit einer dünnen silbernen Kette vorn verschnürt. Dazu trugen die Frauen je nach Absprache entweder hellgrüne oder hellblaue Schultertücher welche mühevoll zu Falten zusammengerafft und mit kleinen Nadeln am Oberteil befestigt wurden. Passend zur Farbe des Schultertuches trug man einen einfachen Seidenschurz, zusammengebunden traditionell vorn rechts als Zeichen einer verheirateten Frau oder vorne links für ledige Mädchen. Einfach dazu wurde die Blusen mit gekloppelter Spitze gehalten, weiße Unterhosen (in kurzer und langer Version) sowie eines Unterrocks ebenfalls in 3-Bahnen damit der Rock schön nach aussen drehte. Schon damals trug man in den Spitzen der Unterhose sorgsam eingefädelt ein rotes Samtband welches an den Aussenseiten zu einer Masche gebunden wurde – ein Erkennungsmerkmal welches lediglich die Schlernhexen tragen. Ein weiteres strenges Kriterium waren die Zöpfe aus Echthaar, welche sogar bis Ende 1980 noch von jeder Frau getragen wurde. Die einzelnen Zöpfe mussten mühevoll mit Haarnadeln zu jedem Auftritt am eigenen Haar befestigt werden. Zuvor wurden die Zöpfe jedem Mädchen farblich passend eingefärbt - einer sehr aufwändige Arbeit.


In der Generalversammlung 1965 beschloss man, dass die VTG Die Schlernhexen sodann mit der Wipptalter Tracht auftreten werden. Jedoch mit der Einschränkung die Tracht des südlichen Wipptals auszuwählen. Der Unterschied liegt darin, dass die grünen Einfassungen am vorderen Oberteil der Frauentracht in Samt gehalten sind.

Eines der ersten Gruppenfotos mit der neuen Tracht
Ansonsten unterscheidet sich die Tracht nicht von der üblichen Wipptaler Tracht, welche in unserer Gegend – Innsbrucker Raum bis Brenner – recht häufig zu sehen ist.
Der mit roter Bänderln doppelt verschnürte Brustlatz ist recht einfach gehalten (ist nicht der üblich getragene Festtagslatz) mit grüner Umrandung, rotem Innenteil und goldener Borte. Der schwarze Rock mit nun dreieinhalb Bahnen ist am unteren Rand mit einem dunkelroten Streifen abgeschlossen – dem sogenanntem „Kittelblech“. Um den Hals kreuzweise gebunden wird der sogenannte Flor, welcher gerade recht und links in das Oberteil gesteckt wird. Dazu ein dunkelblauer Schurz mit geblümter weißer Musterung.
Zur Tracht getragen wird wie seit der Gründung 1907 eine weiße Bluse mit Spitzen am Hals und an den Ärmeln, die langen bzw. kurzen Unterhosen mit roten Bändern und der Unterrock – nun ebenfalls mit dreieinhalb Bahnen.
Die weißen selbstgestrickten Stutzen, schwarze, glatte Lederschuhe ohne jeglichen Schmuck und die schwarze Lodenjacke mit roter Einfassung runden unsere Frauentracht ab.
Die eingeflochteten Zöpfe wurden abgeschafft – jedoch gilt weiterhin das Tragen von offenen Haaren zur Tracht als nicht gewünscht. Auch Schmuck, lackierte Fingernägel und unnatürliche Schminke sind nicht erlaubt.
DIE MÄNNERTRACHT DER SCHLERNHEXEN
Zur Männertracht muss man erwähnen, dass die rote Trachtenjoppe eher unüblich bei Brauchtums- und Schuhplattlervereinen ist. Dies beruht darauf, dass einer der Gründungsmitglieder die rote Joppe der Wiltener Schützen in Innsbruck begeisterte – er dann nach Südtirol St. Andrä auswanderte und dort die Schlernhexen gründete. Aufgrund der Vertreibung der Südtiroler und der Neugründung der Schlernhexen 1947 in Nordtirol kam die rote Joppe wieder nach Innsbruck zurück. Somit ist unsere Männertracht eine geschichtliche Mixtur aus der Wiltener Schützentracht und der aus St. Andrä.
Die Tracht der Männer hat sich entgegen der Frauentracht nur sehr wenig geändert. Die Tracht der Tänzer besteht aus einer kurzen dunkelbraunen Lederhose an welcher grüne Hosenträger befestigt sind. Die grünen Hosenträger mit innerer Lederverstärkung und einer aufwändigen Musterung werden am Rücken überkreuzt getragen. Dazu tragen die Männer ein einfaches weißes langärmliges Hemd welches sorgfältig aufgestülpt wird bis zum Oberarm. Um die Hüfte wird ein breiter aufwändigst in Handarbeit bestickter Gürtel – dem Ranzen – getragen. Der Ranzen zeigt vorne das Stadtwappen von Brixen sowie die Jahreszahl 1909 anlässlich der 100-Jahr-Feier von Andreas Hofer.
Dazu tragen die Männer noch ein Gilet – vorn aus einem roten Trachtenstoff und hinten ein einfärbig grauer oder schwarz/rot karierter Baumwollstoff.
Am oberen Bund der weißen Stutzen wird - wie bereits auch schon bei der Frauentracht erwähnt – ein rotes Samtband mit einer Masche auf der Aussenseite getragen – das Merkmal der VTG Die Schlernhexen. Dazu schwarze Trachtenschuhe mit silberner Schmuckschnalle.

Die Änderungen an der Männertracht waren wie bereits erwähnt in kleinerem Umfang. Anfangs trugen die Männer zu den Tänzen schwarze Zillertaler Trachtenhüte mit zwei weißen Hahnenfedern und doppelte Truthahnfedern. Da die Hüte jedoch bei den Tänzen recht umständlich zu tragen waren wurde dies bald abgeschafft und sie wurden nur mehr von den Männer, welche die Fahnenabordnungen bildeten getragen. Auch veränderte sich im Zuge der Zeit der Hut. Heute tragen die Männer keinen Zillertaler mehr sondern einen einfachen kleineren Hut mit zwei weißen Hahnenfedern und einer silberne Quaste hinten.
Bis 1993 trugen die Männer eine Art Krawatte um den Hals gebunden, welche aus Seide mit einer Musterung bestand. Diese Seidenkrawatten passten jedoch farblich nicht mehr und so beschloss man ab sofort in Anlehnung an den Flor der Mädchen ebenfalls einen Flor um den Hals gebunden zu tragen welcher dann innen am linken Ärmelloch des Gilets befestigt wird.
Die Fahnenabordnung trägt wie bereits angeführt Hüte, anstatt der kurzen Lederhose eine lange Kniebundlederhose und kein Gilet sondern ein Wams. Ein Wams umschließt den gesamten Oberkörper und ist seitlich zu schließen. Vorne am Wams zeigt es ebenfalls das Stadtwappen von Brixen, Südtirol.







Our Dress